Mittwoch, 12. September 2007

Luzius Dominikus


Was gibt es über Luzius Dominikus zu sagen?
Ich wurde geboren, ich habe gelebt, ich bin gestorben.

Aber ist es so einfach? Manchmal wünschte ich es.


Man stelle sich vor: Eltern, die einen hassen.
Dies mag einigen vielleicht vertraut sein. Allerdings nicht in dem Maße freilich, dass einen die eigene Mutter am liebsten schon bei der Geburt schlachten wollen würde. Zu essen wäre ich ihnen sicher nützlicher gewesen, nahahfter womöglich?

Nun, gut dass ich dies nie erfahren brauchte, denn meine Eltern überlebten beide meine Geburt nicht.
"Schicksal" mag das manch einer nennen. Ich nenne es Vorsehung...

Vielleicht genauso Vorsehung, dass ich - wohl aufgrund schlechter Gene, was beim Rückblick auf meine Eltern auch verständlich wird - ohne Stimmbänder zur Welt kam.

Von Geburt an Stumm geboren gab es so im Grunde keine Möglichkeit, mich an das gesprochene Wort heranzuführen.
Um ehrlich zu sein bin ich dann auch lieber stumm als nach einer komplizierten Operation womöglich tot oder noch entstellter als vormals...


Sei es darum.
Was hat mein Leben denn nun ausgemacht? Wie man sich vielleicht denken kann, das geschriebene Wort. Aufgewachsen auf dem Land, übergesiedelt in die Stadt, ins Heim abgeschoben als kleiner Junge...es wäre untertrieben wenn ich sagen würde, diese Zeit hätte mich nicht "geprägt"...



Ob sich heute noch jemand vorstellen kann, wie ich damals in meiner Jugend die Leute in meinen Bann ziehen konnte?
Alles nur durch ein paar Worte, aufgeschrieben, hinterlegt, hinterlassen...


Auf dieser Seite soll nach und nach ein kleines Archiv von mir und meinem Leben entstehen - ein Leben, wie es sich viele von euch nicht einmal im Traum auch nur vorstellen könnten.
Und wenn so wäre es sicher einer der schillernsten und zugleich schrecklichsten Träume, welche ihr je erlebt hättet.
Kein Alptraum, mit nichten. Außer für jene vielleicht, welche unter das Räderwerk kamen, welches ich aufspannte...

Dienstag, 11. September 2007

Das Begehren (Teil 1)

Das vorliegende Werk dient ausschließlich der Unterhaltung.
Es ist ein politisches Werk.
Es dokumentiert die Missstände in der Gesellschaft.
Das vorliegende Werk erheitert den Alltag
Es ist radikal.
Es führt in Versuchung und erlöst von dem Bösen.

Wer Augen hat der sehe! Und was er sehe, das prüfe er gut.
Jeder von uns hat Begierden. Ich zumindest kenne niemand, der keine hätte.
Früher war es zum Beispiel mein sehnlichster Wunsch, das, was mich bewegte, laut in die Welt hinaus zu brüllen. Ein schönes Verlangen, eine ungeheuerliche Begierde. Doch ebenso unerreichbar für mich wie für einen Blinden das Sehen, für einen Tauben das Hören.

Doch so wie der Stumme gerade zu ihnen „spricht“ so kann auch der Taube hören und der Blinde wieder sehen.
Nein ich vollbringe keine Wunder. Geben sie dieses Buch einem Blinden und er wird dadurch dass er es liest auch das Augenlicht zurückerhalten – wie sollte er es auch lesen?
Und lesen sie es bitte auch keinem Tauben vor – es wäre ein Spotten gegenüber ihm.

Betrachten wir den Geist des Menschen. Wenn wir körperliche Gebrechen zeigen, so kann dies auch mit dem Geiste passieren.
Im Kleinen scheint der Mensch dies gerne als „Macke“ abzutun – im Großen wirft er sich selbst ins „Irrenheim“.
Doch ein Mensch, der andere Menschen als „irre“ bezeichnet – mit welchem Recht maßt sich dieser derartiges an? Kann es nicht sein, dass auch der Wärter in einer solchen Anstallt ein „Irrer“ ist?
Freilich er mag Frau und Kinder haben – doch wer weiß was er abends, still in seinem Kämmerchen sitzend für kranke Ideen hat in seinem kleinen Kopfe…
Sind nicht jene Verrückten die gefährlichsten, welche unbemerkt unter uns leben? Wie kann man einen solchen Verrückten denn erkennen?

Sie meinen, sie hätten da „gute Menschenkenntnis“? Ich sage ihnen die hat niemand. Vielleicht nicht einmal ich doch sie garantiert nicht!
Hören sie auf so entrüstet über meine Worte zu sein. Und hören sie auf sich zu fragen, woher ich weiß dass sie gerade entrüstet reagiert haben. Ja, es mag leicht gewesen sein, ihre Entrüstung. Ja sie mag kaum wahrnehmbar von ihnen selbst gewesen sein, vielleicht sich nur ausdrückend in einem stutzen, vielleicht weitergehend in einem Naserümpfen. Alles in allem aber mein gerade geschriebenes eindeutig ablehnend.
Machen sie sich keine Gedanken darüber woher ich derartiges wissen kann. Stellen sie sich lieber folgende Frage:

Was halten sie von Isaac Newton?

Nein, bitte keine Verwirrung jetzt, nicht schon wieder! Hören sie doch einfach einmal auf, ständig so konfus zu denken! Sie strengen ganz schön an, wissen sie das?

Also bitte – mir zu liebe – was halten sie von Isaac Newton? Wer nun entgegnen mag im Geiste „bitte wer“, der darf sich gerne aufklären lassen von mir, ich möchte ja nicht dass man hinterher über mich sagt ich sei ein Unmensch:

Isaac Newton war der Entdecker der Schwerkraft, der Förderer und Mitbegründer der Zeit der Aufklärung, des Heliozentrischen Weltbildes, welches unsere Erde aus dem Zentrum des Universums fegte und an seiner Stelle die Sonne platzierte.
Überspitzt kann man sagen, der gute Isaac war genau wie Galileo Galilei ein „Sonnenanbeter“ – ja ein kleiner „Sonnengott“.
Nicht zu verwechseln mit Ludwig XIV. das war der „Sonnenkönig“.
Der Satz „geh mir aus der Sonne“ hingegen stammt von Plato. Der wiederum war Grieche. Waren sie schon einmal in Griechenland?

Sind sie nun verwirrt? Nein? Dann lügen sie mich entweder an oder sie sind erbost oder gelangweilt von dem was ich schreibe.
Auch ihnen kann ich einfach nur den Rat geben, weiterzulesen. Es klärt sich alles auf, nur Geduld. Zeit ist das, was alle im Überfluss haben würden, wenn man sich sie nur nehmen würde.
Hast du keine Zeit so nehme sie dir! Ich könnte nun auch andere Dinge tun doch ich schreibe diese Zeilen.

Doch wir sind vom Thema abgekommen. Wir waren nach wie vor bei Isaac Newton. Würden sie diesen Menschen als „intelligent“ bezeichnen? Als weise? Oder würden sie ihn als „verrückt“ ansehen?

Nun wenn nein, wie erklären sie sich seine Versuche, aus Quecksilber Gold herzustellen? Heute weiß jeder Chemiker im Grundstudium – ja selbst ich, der ich selbst Chemie nur wenige Jahre in der Schule gelehrt bekam, dass dies schlicht unmöglich ist. Dies soll hier nicht der Ort sein, genaue physikalisch/chemische Erklärungen hierfür zu geben. Fragen sie einfach den nächsten ihnen bekannten Professor oder jemanden, der jemanden kennt, der jemand kennt der einen Professor kennt – sie werden Bestätigung meiner Worte finden.
Gut, halten wir dem armen Isaac zu gute dass man dies im 17. Jahrhundert noch nicht wusste. Doch was sagen sie wenn ich ihnen sage, dass der große gebildete Isaac, welcher auch die Gesetze zum freien Fall, wie gesagt zur Gravitation und letztlich auch zur Zeit an sich aufstellte – wenn dieser Kerl sich auch durch abartige Selbstexperimente hervorgetan hat?
Ja, dies hat er allerdings. Würden sie es als „verrückt“ ansehen, wenn sich jemand eine scharfe Nadel mitten ins Auge sticht? Und dann anfängt darin herumzurühren? Würde jemand von ihnen, die sie sich als „normal“ bezeichnen so etwas tun?
Nein? Warum nicht frage ich sie! Sind sie etwa nicht so genial wie Newton? Oder so mutig? Oder so…verrückt?

Was hat dieser Wahnsinn unserem Isaac gebracht? Nun er hat entdeckt dass man bei so einer hirnrissigen Tätigkeit viele bunte Farben vor dem inneren Auge wahrnehmen kann…
Wenn sie mich fragen – wenn ich bunte Farben vor dem Auge tanzen sehen will, trinke ich zwei Flachen gut gelagerten Rotwein. Und wenn ich Sterne am Tag sehen will, lass ich mir eine runterhauen…

Anderes Beispiel gefällig? Gern. Gehen wir in die Kunst. Den meisten vielleicht schon bekannt und daher vielleicht auch besser für jene geeignet, welche nicht über die höchste Allgemeinbildung verfügen, ist Vincent van Gogh. Seine Bilder sind bereits jetzt legendär und er ein berühmter Mann.
Der Ruhm bringe ihm nichts, weil er schon tot sei meinen sie? Nun er hat sich selbst umgebracht, allein dafür sollte man ihm schon den Stempel des „Verrückten“ anhängen. Doch seine Glanzleistung lieferte er zweifelsfrei mit dem Abschneiden seines eigenen Ohres ab – sein größtes Werk wie ich finde, gab er damit doch der ganzen Welt eindeutig zu verstehen, wie es um seinen Geisteszustand bestellt war.
Und dennoch wird er bereits jetzt hoch gepriesen für sein Schaffen.

Doch sollen all jene Beispiele nur ein wenig einstimmen auf die viel dringlichere Frage, die da lautet:
Wie verrückt ist der Mensch?
Oder formulieren wir doch gleich mal einen kleinen Fragekatalog:

Wie verrückt ist der Mensch?
Wie verrückt ist das Tier?
Was ist Mensch, was ist Tier?
Ist das eine nicht das andere?
Wo liegen Grenzen?
Wo die Unterschiede?
Wie verrückt sind unsere Politiker?
Wie verrückt sind sie, ja genau Sie?
Und wie verrückt bin ich?

Ihr Kopf dreht sich ganz schön gerade. Nein, nicht wieder anfangen zu denken. Nicht wieder fragen, was das ganze soll. Hat man ihnen in der Schule denn nicht beigebracht, dass das nicht gut ist?
In Ordnung sie wollen Antworten. Aber vor allem wollen sie erstmal Unterhaltung. Können sie haben.

Wissen sie, dass es vor 2000 Jahren üblich war, zur Unterhaltung von Menschen andere Menschen vor deren Augen abschlachten zu lassen? Wissen sie, dass manche Kulturen den Krieg ebenfalls zu Unterhaltungszwecken gebrauchen? Brot und Spiele…
Hier sind es die Politiker, welche so etwas arrangieren. Sind diese deswegen verrückt? Sie meinen ja?
Schämen sie sich! Unsere Politiker als verrückt zu bezeichnen! Nein, sie sind genial! Denn offenbar gefällt dies dem Menschen. Dem Mensch gefällt, was ihn unterhält und er lässt sich von dem unterhalten, was ihm geboten wird. Der Mensch ist ein Herdentier.

Fragen wir uns also eher, wo der Mensch sich vom Tiere unterscheidet. Nun, jene Antwort ist schnell gegeben: Das Tier tötet nicht aus reiner Lust und Freude. Das Tier lebt nur nach Instinkt und Trieb.
Und der Mensch? Der lebt dazu noch danach, was er als „Intelligenz“ bezeichnet.
Und in seiner grenzenlosen Intelligenz bringt es der Mensch dabei fertig, mit Inbrunst sich und seine Umwelt immer wieder aufs neue zu quälen.
Glauben sie, ein Löwe würde sich selbst mit der Kralle ins Auge stechen um „bunte Farben“ sehen zu können?
Wir bezeichnen Schafe als dumm. Doch würde ein Schaaf sich selbst ein Ohr abbeißen? Veranstalten Schafe Gladiatorenkämpfe? Oder auch nur Fußballspiele?

Oh…
Bitte verzeihen sie die Unachtsamkeit, ich wollte ihrem Lieblingssport nicht zu nahe treten. Oder ist es gar nicht ihr Lieblingssport? Dann ersetzen sie „Fußball“ durch ihren jeweiligen Favoriten unter den Leibesertüchtigungen und lesen sie den vorherigen Satz bitte nochmals.

Sie meinen diese Sportarten seien anders, als damalige Gladiatorenkämpfe? Sie denken, der heutige Mensch sei zivilisierter, „intelligenter“?
Ich werde ihnen noch beweisen dass die Menschheit weder intelligenter noch den Tieren überlegender geworden ist in den letzten 2000 Jahren, sondern viel mehr kein Einziger von uns bei kritischer Selbstbetrachtung frei jeder Schuld ist.

Schauen wir uns nur die heutige Politik an. Hier gibt es das „Deutsche Kaiserreich“ der guten alten Preußen. Der Nationalstolz lebe hoch. Es lebe der Kaiser!
Wissen sie, was der Kaiser jeden morgen nach dem Aufstehen macht? Ich nicht, aber ich denke er wird das gleiche tun wie jeder andere Mensch auch.
Nur würde ich darauf nun näher eingehen, wäre man mir an höherer Stelle sicherlich nicht sehr wohl gesonnen, daher bleibt dieser Punkt auch weiterhin ihrer Fantasie überlassen. Nur so viel sei gesagt: In Versailles beim großen „Sonnenkönig“, dem „Vertreter Gottes auf Erden“ gab es nicht einmal Toiletten…vielleicht dachte man, Gott muss nicht auch mal den Abort benutzen…
Eigentlich verwunderlich solcherlei Überlegung meinen Sie nicht?
Immerhin heißt es in der Bibel doch: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild“.
Nun, was macht Gott jeden Morgen wenn er…

Aber wollen wir das nicht vertiefen, habe ich schon unsere Obrigkeit beleidigt, nun muss nicht auch noch die höchste Stelle gram mit mir werden.
Auch möchte ich den „frommen“ Menschen unter ihnen nicht zu Nahe treten.

Wobei – manches mal stellt sich einem kritischen Beobachter doch schon mal die Frage, warum der Mensch sich fortwährend darum bemüht, „Buße“ für seine „Sünden“ zu tun. Schlechtes Gewissen?
Die Bibel sagt uns der Mensch sei ein „Sünder“. Nun im Grunde ist der Mensch lediglich unehrlich mit sich selbst und schrecklich inkonsequent. Denn entweder stehe man zu dem was man tut und heuchelt hinterher keine falsche Reue und tue alberne Kirchenbuße – oder man lasse es ganz das „sündigen“.
Doch hier an dieser Stelle können sie es doch zugeben – wir sind gerade alle unter uns: Sie tun das doch gern oder?
Nein, keine Entrüstung, keine falsche Keuschheit. Ich rede nur mit ihnen! Und ich frage Sie ganz speziell.
Hier können sie es ruhig zugeben – es mag vieles geben wofür sie sich im nachhinein geschämt haben. Doch niemand möge mir bitte erzählen, er würde sich um jede „Sünde“ die er beging scheren. Wer definiert überhaupt was „Sünde“ ist? Die Bibel? Der Staat? Die Gesellschaft? Der Mensch?

Was Sünde ist und was nicht, bestimmt jeder für sich selbst!
Der Mensch wache endlich aus seinen Träumen auf! Selbst ein Blinder kann sehen, was hier schief läuft, der Taube die schiefen Töne hören und ich als Stummer schreie es euch allen hiermit ins Gesicht!

Die Begierde in uns allen ist unsere größte Sünde, unser Gieren nach materiellen Reichtum oder nach Macht – am Besten aber nach allem wenn man ehrlich mit sich ist…

Letztlich werde ich recht behalten, wie immer. Es liegt am Menschen ob er auf den Zug mit aufspringen will oder als verrückter Sünder untergehen!

Montag, 10. September 2007

Dunkle Kammer

In Dunkler Kammer verzagend
bis morgens graut der Tag
Sich ständig im innern nur fragend
wann man mich holen mag...

Nicht müde werden des Schreibens
lege ich Zeugnis ab
von Wahn und von Leid meines Treibens,
von Liebe bis tief in mein Grab

Was brachte es mir mein Leben
so jung und so schnell schon vorbei
Wollt ihr allein mein Herz geben
holte mir doch nur das Unheil herbei

Was brachten sie mir meine Taten
nur unheil kommt hinter mir
Bringt nichts darüber zu raten
Mein Leben endet ohnedies hier

Die Macht der Worte missbraucht
Die Menschen zu tausend verführt
Der Ruhm und der Glanz sind verraucht
Wird meine Botschaft jemals erhört?

Wer sich nun fragt was ich meine
Was meine Worte sagen
der Lese die Botschaft, meine
der soll das Risiko wagen

Ein Buch gar verteufelt von allen
gebe ich euch als Nachruf noch
Dem einen mag es gefallen
Vor Angst erstarren werden andre jedoch...

Sonntag, 9. September 2007

Die letzte Liste...

Eine Liste, frein säuberlich geführt
die jeden, der sie liest
tief im Herz berührt

Je 100 Namen stehn geschrieben,
abgehakt zu werden ist ihr Schicksal,
nichts von ihnen ist geblieben

War das wirklich ich? Tippte ich die Namen?
Nein, es waren andere,
Andre, die ums Leben kamen

Eine Liste, sie schreit mir ins Gesicht,
die Mörder die es taten,
Stehn mit mir vor Gericht

War ich es, der all jene töten lies,
der heimlich ohne Gnade
den Lebensgeist aus ihnen blies?

War das wahrlich meine Tat, meine Täterschaft?
Nein, es waren andre,
Andre mordeten aus Leidenschaft

Doch letztlich sehe ich es ein, die Wahrheit muss ans Licht:
Es waren meine Taten,
Voll Schmutz bedeckt ist mein Gesicht

Ich schrieb sie nicht die Namen, ich gab nur den Befehl,
brachte keinen selber um,
Wusch rein damit meine Seel'.

Wer ist nun hier der Mörder, das Böse in Person?
Der Mensch der es befohlen,
oder der, der handelt nur für Lohn...

Die Letzte Liste steht geschrieben, mit meinem Namen mittendrein,
Doch diese Liste, sie ist anders-
Diese Liste, sie wird endlos sein...


Luzius Dominikus

Wahre Freiheit (Teil 1)

Zu aller erst, lasst mich eine Frage an euch richten:

Warum habt ihr diesen Text euch zum lesen geöffnet? War es die Neugierde? War es das Interesse? War es die Langeweile?

Oder war es vielleicht etwas wie „Schicksal“, war es etwas, dass wir uns nicht erklären können, dass euch dazu trieb, diese Zeilen nun lesen zu können, ja lese zu müssen?

Sicher, ihr könntet nun wieder den Text schließen. Doch ihr lest ja immer noch weiter. Das erfreut mich, so habe ich schon das ganze nicht umsonst geschrieben.

Ich möchte euch etwas erzählen. Ein Gleichnis, eine Geschichte. Die Geschichte vom kleinen Bär, der frei sein wollte.

In einem großen Park, einem freien Zoo, lebte dereinst ein Bär. Er lebte glücklich und hatte alles, was so ein Bär eben zum Leben braucht. Er war ausgelassen, tobte herum, konnte hingehen, wo er will.

Und doch fühlte er sich eines Tages seltsam allein, ja er fühlte sich eingeengt. Denn von einer Anhöhe seines großen Geheges konnte er die Welt hinter diesem Park erkennen. Er sah, dass da „mehr“ war, er erkannte, dass er ein Gefangener war.

Nichts war daraufhin noch wie zuvor. Er wollte kein Essen mehr – weder wollte er gefüttert werden, noch wollte er, dass man ihn seine Beute jagen lies. Er fühlte sich nur noch wie eine Attraktion, die er auch war.

Diese Wahrheit erkennen, gab es für ihn nur noch den Wunsch nach „Freiheit“.

Eines Tages dann gelang es ihm, er durchbrach die Umzäunung. Verletzt und hinkend, aber glücklich darüber, „frei“ zu sein, schleppte er sich aus dem Gehege, hinaus in die Welt.

Doch was er da sah, schockierte ihn noch viel mehr: Dort rannten die Menschen schreiend vor ihm davon, in der Stadt nahe das Parks verfolgten ihn die Autos. Völlig verängstigt rettete er sich in den nächsten Wald. Hier wäre er doch sicher frei, dachte er. Doch auch hier waren viele andere Tiere, welche entweder vor ihm Angst hatten oder ihn als Rivalen betrachteten.

Auch hier fühlte er sich nicht frei, fühlte sich bedroht, einsam und irgendwie „gefangen“.

So rannte er weiter davon, weiter und weiter. Bis er eines Tages am Meer stand. Er sah das endlose Blau des Wassers, genoss die frische Luft und rannte überglücklich ins Wasser, erfreute sich an diesem herrlichen, ihm bisher so unbekannten Gefühl…und ertrank…

Nun, was möchte ich euch mit diesem Gleichnis sagen? Vielleicht dass ihr den „Bär“ in euch erkennen sollt? Nein, nicht wirklich. Vielmehr geht es doch um die Frage, dass dieser Bär sein Leben lang „Freiheit“ suchte und doch nicht wusste, wonach er eigentlich sucht…

…Was aber ist wahre Freiheit?
Wahre Freiheit hat nichts damit zu tun, wie ihr alle, die ihr dies gerade lest „Freiheit“ definiert. Freiheit entsteht immer im Geiste. Und so lange unser Geist nicht frei ist und freigehalten wird, solange sind wir unfreie, sind wir Sklaven der Gesellschaft!

Bist du wirklich frei?

Es gehe ein Jeder tief in sich und überlege ob er wahrlich frei im Geist ist!
Es überlege ein Jeder ob er nur dies tut, was er will und nichts anderes!
Es stelle sich jeder die Frage nach dem Sinn seines Handelns!

Dienen wir nicht letztlich allen nur Götzen? Sei es allsonntäglich in der Kirche dem großen Gott, sei es alltäglich bei unserer Arbeit dem „Gott“ Arbeitgeber, sei es alljährlich dem vielleicht für unser Denken höchsten Gott dem „Staat“?
Wann dienen wir uns selbst? Und wann lernen wir, selbst für uns zu denken? Wann bilden wir uns unsere eigene Meinung? Wann hören wir auf, auf Andere zu hören?

Wir denken, wir seien frei, wir fühlen uns frei und doch nur, weil wir die Fesseln an unseren Gelenken nicht mehr spüren, so lange tragen wir alle sie schon!...

Samstag, 8. September 2007

Letzte Worte

Einst geliebt nur um zu Lieben
Steh ich nun vor verbrannter Erde
Ich selbst legte das Feuer...

Zurück? Nein, zurück werde ich nie wieder können.
Ich sitze hier, schreibe meine letzten Zeilen und frage mich,
was ich hätte anders machen können...

Der Plattenspieler spielt seine traurige Melodie.
In diesem Moment bin ich nicht länger "Luzius".
Bin nur noch Hülle, verlassen, erkaltet.

Es gibt in diesem Leben nur geliehnes Glück
und irgendwann holt es die Zeit zurück...

Zu spüren, wenn die Sonne untergeht:
Heut hab ich nicht umsonst gelebt...

Was habe ich nur getan? Nein, Mitleid empfinde ich nicht.
Aber Schmerz darüber, Sie nicht länger bei mir zu haben.

So viele ausgelöschte Leben - und doch muss ich Sie noch
weinen sehen...


Egal. Die letzten Zeilen müssen geschrieben werden. Nur Mut,
ein letztes Mal mit den Worten die Menschen in meinen Bann ziehen.

Mein letztes Machwerk nähert sich der Vollendung - und jeder, der es
liest, wird daraufhin nie wieder so leben können wie zuvor...