Zu aller erst, lasst mich eine Frage an euch richten:
Warum habt ihr diesen Text euch zum lesen geöffnet? War es die Neugierde? War es das Interesse? War es die Langeweile?
Oder war es vielleicht etwas wie „Schicksal“, war es etwas, dass wir uns nicht erklären können, dass euch dazu trieb, diese Zeilen nun lesen zu können, ja lese zu müssen?
Sicher, ihr könntet nun wieder den Text schließen. Doch ihr lest ja immer noch weiter. Das erfreut mich, so habe ich schon das ganze nicht umsonst geschrieben.
Ich möchte euch etwas erzählen. Ein Gleichnis, eine Geschichte. Die Geschichte vom kleinen Bär, der frei sein wollte.
In einem großen Park, einem freien Zoo, lebte dereinst ein Bär. Er lebte glücklich und hatte alles, was so ein Bär eben zum Leben braucht. Er war ausgelassen, tobte herum, konnte hingehen, wo er will.
Und doch fühlte er sich eines Tages seltsam allein, ja er fühlte sich eingeengt. Denn von einer Anhöhe seines großen Geheges konnte er die Welt hinter diesem Park erkennen. Er sah, dass da „mehr“ war, er erkannte, dass er ein Gefangener war.
Nichts war daraufhin noch wie zuvor. Er wollte kein Essen mehr – weder wollte er gefüttert werden, noch wollte er, dass man ihn seine Beute jagen lies. Er fühlte sich nur noch wie eine Attraktion, die er auch war.
Diese Wahrheit erkennen, gab es für ihn nur noch den Wunsch nach „Freiheit“.
Eines Tages dann gelang es ihm, er durchbrach die Umzäunung. Verletzt und hinkend, aber glücklich darüber, „frei“ zu sein, schleppte er sich aus dem Gehege, hinaus in die Welt.
Doch was er da sah, schockierte ihn noch viel mehr: Dort rannten die Menschen schreiend vor ihm davon, in der Stadt nahe das Parks verfolgten ihn die Autos. Völlig verängstigt rettete er sich in den nächsten Wald. Hier wäre er doch sicher frei, dachte er. Doch auch hier waren viele andere Tiere, welche entweder vor ihm Angst hatten oder ihn als Rivalen betrachteten.
Auch hier fühlte er sich nicht frei, fühlte sich bedroht, einsam und irgendwie „gefangen“.
So rannte er weiter davon, weiter und weiter. Bis er eines Tages am Meer stand. Er sah das endlose Blau des Wassers, genoss die frische Luft und rannte überglücklich ins Wasser, erfreute sich an diesem herrlichen, ihm bisher so unbekannten Gefühl…und ertrank…
Nun, was möchte ich euch mit diesem Gleichnis sagen? Vielleicht dass ihr den „Bär“ in euch erkennen sollt? Nein, nicht wirklich. Vielmehr geht es doch um die Frage, dass dieser Bär sein Leben lang „Freiheit“ suchte und doch nicht wusste, wonach er eigentlich sucht…
…Was aber ist wahre Freiheit?
Wahre Freiheit hat nichts damit zu tun, wie ihr alle, die ihr dies gerade lest „Freiheit“ definiert. Freiheit entsteht immer im Geiste. Und so lange unser Geist nicht frei ist und freigehalten wird, solange sind wir unfreie, sind wir Sklaven der Gesellschaft!
Bist du wirklich frei?
Es gehe ein Jeder tief in sich und überlege ob er wahrlich frei im Geist ist!
Es überlege ein Jeder ob er nur dies tut, was er will und nichts anderes!
Es stelle sich jeder die Frage nach dem Sinn seines Handelns!
Dienen wir nicht letztlich allen nur Götzen? Sei es allsonntäglich in der Kirche dem großen Gott, sei es alltäglich bei unserer Arbeit dem „Gott“ Arbeitgeber, sei es alljährlich dem vielleicht für unser Denken höchsten Gott dem „Staat“?
Wann dienen wir uns selbst? Und wann lernen wir, selbst für uns zu denken? Wann bilden wir uns unsere eigene Meinung? Wann hören wir auf, auf Andere zu hören?
Wir denken, wir seien frei, wir fühlen uns frei und doch nur, weil wir die Fesseln an unseren Gelenken nicht mehr spüren, so lange tragen wir alle sie schon!...
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